Grundofenmessung vor Ort?

  • rauchender-Schornstein

Die Vorortmessung ist ein Element von drei Lösungen für Grundöfen um einen Emissionsnachweis vorzuweisen.

Skepsis wäre angebracht...

Das Meßverfahren ist zur Zeit noch nicht rechtskräftig.
Entsprechende Messgeräte sind erst seit Oktober erhältlich. 

Das Problem beim Messen ist das Risiko und der Aufwand!

Im Werkvertragsrecht muss der Ofen den örtlichen Anforderungen entsprechen. Gelingt es nicht einen Kaminkehrer zu finden der nach VDI qualifiziert ist und er ein geeignetes Messgerät hat, kann das Zertifikat nicht erstellt werden. Gelingt es nicht die Grenzwerte zu erreichen ,wird es erst recht nicht möglich sein ein Zertifikat zu bekommen. Ohne Zertifikat ist keine Abnahme in Deutschland möglich. Der Ofen darf nicht geheizt werden was dem Kunden zur Wandlung zwingt. Die Messung wird ca zwei Stunden dauern .Wenn die Vorort Messung gelingen sollte ist das natürlich ein solider Beweis für eine gute Verbrennung.

Was besagt die entsprechende Vorschrift (1. BImSchV)?

Die seit dem 22.03.2010 geltende Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) kennt drei verschiedene Zeitabschnitte. Vor in Kraft treten am 22.03.2010 errichtete Öfen sind Altanlagen. Von 22.03.2010 bis 31.12.2014 sind Öfen Stufe I Anlage und ab 01.01.2015 Stufe II Anlagen. Grundöfen die zu den Altanlagen gehören sind von einem Nachweis der Grenzwerte ausgenommen (§26).
Grundöfen die im Zeitraum vom 22.03.2010 – 31.12.2014 errichtet wurden, sind ebenfalls von der Nachweispflicht von Grenzwerten befreit (§4). Die Befreiung gilt auch für die Zeit nach 2014 ohne Befristung.
Ab der Stufe II (Errichtungstag 01.01.2015) müssen Grundöfen ebenfalls einen Nachweis für Ihre Grenzwerte erbringen. Der Nachweis kann über eine Prüfstandbescheinigung eines vorgefertigten Feuerraumes, einen Filtereinbau mit Funktionsnachweis oder einer Messung nach VDI 4207-2 erfolgen.
Wir verbauen ausschließlich Feuerräume die ein Prüfzertifikat besitzen. Unser Hersteller, bei dem wir die Feuerräume beziehen hat in seinem Sortiment Grundofenfeuerräume mit 73 Typprüfungen.

Problem oder Lösung?

Für Grundofentüren und Grundofentüren mit Sonderfeuerräumen können keine Grenzwerte nachgewiesen werden . Hierfür bleibt die Lösung mit dem Filtereinbau oder der vor Ort Messung. Der Filtereinbau wird sich in den meisten Fällen als Unökonomisch erweisen und eher selten in Frage kommen. Die Lösung der vor Ort Messung, als Ersatz für das Prüfstandzertifikat, ist im Moment rechtlich noch nicht möglich. Dafür braucht es eine offizielle Vorgehensweise – diese ist in der VD4207-2 beschrieben. Diese VDI Richtlinie muss vom Landesausschuss für Immissionen veröffentlicht werden, damit sie rechtswirksam ist. Das wird unseres Wissens im Laufe von 2015 geschehen.

Man benötigt auch ein Messgerät, dass für die Messung nach der neuen Richtlinie entwickelt wurde. Der Unterschied zwischen einem normalen Schornsteinfegermessgerät für feste Brennstoffe und dem neuen Messgerät ist, das die Staubmessung über 30 min. (nicht über 15 min.) gemittelt werden muss und die Kohlenmonoxid Konzentration während des gesamten Abbrandes (nicht über 15 min.) gemittelt werden muss. Misst man nun nur eine viertel Stunde, kann man sich die emissionsarme Mitte des Abbrandes herausgreifen, wodurch nicht legale niedrige Grenzwerte entstehen.

Fazit / Empfehlung

  • Derzeit müssen wir vor Ort Messverfahren als  unsicheren Weg einstufen, der nur in wenigen Einzelfällen in Erwägung gezogen werden sollte.
  • Wir raten von der vor Ort Messung bis zur offiziellen Bekanntgabe des Messverfahrens ab.
  • Um jegliche Probleme diesbezüglich auszuschließen ist es sinnvoll, einen geprüften Grundofenfeuerraum einzubauen.
  • Aufgrund der fragwürdigen Ergebnisse und offener Rechtslage werden wir derzeit keine Nachrüstfilter in unsere Produktpalette aufnehmen.

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